Nachgefragt…

Nachgefragt bei Stephanie Wagner!


Nach dem Finale der 27. Potthoff Ladies Open beim TuS 59 Hamm hat Sportjournalist Frank Hofen (hofmedia Kommunikation) ein Interview mit der Turniersiegerin 2019 geführt.

Herzlichen Glückwunsch zum Titelgewinn. Sie sind sicherlich zufrieden? Stephanie Wagner: Ich bin sehr glücklich und zufrieden, dass ich in dieser Turnierwoche konstant gutes Tennis zeigen konnte. +++ Zum ersten Mal in Hamm und gleich der Turniersieg. Was war ausschlaggebend für den Erfolg? Stephanie Wagner: Ich hab jedes Match von Anfang bis Ende konzentriert gespielt und darauf geachtet meine Spielzüge, die ich in den letzten Wochen trainiert habe, umzusetzen. Das ist mir gut gelungen. +++ Dabei war die Woche doch strapaziös für Sie: Qualifikation und zwei Runden Hauptfeld in Altenkirchen und anschließend Hamm. Sie müssen konditionell gut drauf sein? Stephanie Wagner: Ich hatte jetzt neun Matches in einer Woche gespielt. Das hat man nicht sehr oft. Ich bin natürlich am Ende der Woche etwas müde, denn Matchbelastung ist immer intensiver als Training.

Würden Sie sich als Profispielerin bezeichnen? Stephanie Wagner: Definitiv bin ich Profispielerin. Ich habe seit letztem Jahr ein abgeschlossenes Master Studium der internationalen Wirtschaft und konzentriere mich seitdem nur auf Tennis. +++ …ich frage auch deshalb, weil die ITF die Future-Turniere radikal geändert hat. Wie ist Ihre Meinung dazu? Stephanie Wagner: Ich finde es nicht richtig, dass die ITF alle Future Turniere geändert hat. Man nimmt vielen Spielern die Chance ihren Traum zu verfolgen, weil sie nun nicht mehr in die Turniere reinkommen. Ich finde es vor allem für College-Spieler sehr schade. Sie haben oft kein nationales Ranking und kommen selbst bei Turnieren mit 15.000 US-Dollar Preisgeld nur schwer in die Qualifikation. +++ Durch diese ITF-Änderungen sind Ihnen fast alle internationalen Möglichkeiten genommen worden sich sportlich zu entwickeln. Haben Sie eine Idee wie es weitergehen kann? Stephanie Wagner: Es wurden uns nicht alle Möglichkeiten genommen, allerdings ist der Aufwand größer geworden. So gibt es aktuell zum Beispiel außer in Japan oder in Brasilien kaum andere Alternativen für mich. Mit meinem Ranking bringt es mir nichts 15.000-Dollar-Turniere zu spielen, ich muss versuchen in die Qualifikation von 25.000-Turniere reinzukommen. Es herrscht große Unzufriedenheit und anstelle es einfacher zu machen, hat man zusätzlich Steine in den Weg gelegt. +++ Sie spielen in Berlin und stammen aus Amberg. Gibt es keinen Club in Bayern wo Sie in der Mannschaft spielen könnten? Stephanie Wagner: Es hätten sicherlich noch andere Optionen gegeben. Für mich hat es aber am meisten Sinn gemacht nach Berlin zu wechseln, da meine beiden Trainer dort involviert sind. Ich trainiere seit eineinhalb Jahren bei Marc Kevin Goellner in Köln. Mit seiner Frau Syna, die mittlerweile eine sehr gute Freundin von mir geworden ist, spiele ich zusammen in der Mannschaft. Ich freue mich schon jetzt auf die kommenden Mannschaftsspiele. +++ Ihre Familie ist bekanntlich tennisbegeistert. Hat Sie auch ihr Vater mit dem Virus Tennis infiziert? Stephanie Wagner: Sowohl mein Papa als auch meine Mama haben früher Tennis gespielt. Als mein älterer Bruder mit sechs Jahren begann, wurde ich von ihm mitgezogen und habe auch den Spaß am Tennis gefunden. +++ …und was macht Ihr tennisspielender Bruder Albert? Stephanie Wagner: Mein Bruder spielt nach wie vor für den TC Amberg am Schanzl. Er war auch auf dem College in Amerika und arbeitet mittlerweile bei Rebound Ace. +++ Die erfolgreichen Zeiten in Amberg liegen Jahre zurück. Haben Sie noch Kontakte zum Club? Stephanie Wagner: Nein. +++ Aber Kontakte nach Westfalen haben Sie. In Hamm siegreich und im vergangenen Jahr in Gronau gespielt. Sehen wir Sie wieder? Stephanie Wagner: Wenn meine Turnierplanung es zulässt würde ich mich sehr freuen sowohl in Gronau als auch in Hamm wieder dabei zu sein. Habe mich bei beiden Turnieren sehr wohl gefühlt.


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